Allerheiligen 2019

„Es ist ein tiefer Brauch in unserer Gemeinde, am Fest Allerheiligen zum Gedenkkreuz in den Kirchgarten zu gehen und an die zu denken, die unter dem Naziregime hier ganz in unserer Nähe ermordet wurden“, so Ela Kursawa.

Gebet am Kreuz: „Gott, unser Vater, wir bitten dich, schenke allen Opfern von Gewalt und Hass ein Leben in deiner Welt, in der es keine Tränen und keine Angst mehr gibt. Nimm alle Verstorbenen auf in dein Reich des Friedens und der Liebe“. Foto und Gebet (Ela Kursawa).

(Aus der Heiligen Messe am Vorabend zu Allerheiligen 2019 in St. Mariae Himmelfahrt, Waldnieler Heide, Schwalmtal).

Dr. Achim Besgen

Dr. Achim Besgen (95), ehemaliger Leiter des St. Wolfhelm-Gymnasiums Schwalmtal und Aachener Ehrendomherr, freute sich über die gelungene Umgestaltung, erinnerte er sich doch an die Gedenkstätte aus dem Jahr 1988, wo er mehrfach die Fronleichnamsmesse mit der Pfarre St. Mariae Himmelfahrt gefeiert hatte. Dr. Besgen lobte den besinnlichen Ort, den jetzt eine hohe dunkle Wand gegen die Straße schützt. Die Namensplaketten ließen ihn vom Unrecht und Schrecken der NS-Zeit erzählen, welche er als Schüler und Soldat erlebt hatte. Dr. Besgen betonte mehrfach, wie wichtig es sei, dieses Gedenken wach zu halten, zumal derzeit rechte Tendenzen die Gesellschaft beunruhigen.

Dr. Achim Besgen (95)

Baumfällungen

Drei markierte Bäume auf der Gedenkstätte

Mehrere Bäume auf der Gedenkstätte in Waldniel-Hostert verloren bereits im Sommer ihr Laub und wiesen auch für Laien erkennbar deutliche Trockenheitsschäden auf. Diese drei im hinteren Teil (Baumkataster 007848, 55, 56), zwei Ahorn und eine Birke, werden demnächst gefällt werden. Ersatzpflanzungen sind vorgesehen.

kfd – Dekanatstreffen

Die Vorstände der kfd im ehemaligen Dekanat Schwalmtal treffen sich regelmäßig drei bis vier Mal im Jahr, zuletzt am 4. September in St. Mariae Himmelfahrt, Waldnieler Heide. Hier informierte Marianne van Horrick die Gäste über die Geschichte der Anstalt in Hostert, die Arbeit der Franziskaner, die Verbrechen in der NS-Zeit und das Opfergedenken durch die Hauptschule seit 1987.
Anschließend suchten die Teilnehmerinnen den ehemaligen Anstaltsfriedhof auf. Sie zeigten sich beeindruckt von der künstlerischen Umgestaltung der Gedenkstätte, dankten für die informative Veranstaltung und erklärten, vieles nicht gewusst zu haben. Nur schade, dass ein gewaltiger Wolkenbruch den Aufenthalt schnell beendete.

Mahn- und Gedenkstätte

In der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf wird auch den Opfern der NS-Kinder-Euthanasie gedacht. Ally aus Düsseldorf wird als exemplarisches Beispiel angeführt. Im Schaukasten ist zu lesen:

Verschleierte Ermordung

„Ally starb am 2. Juni 1943 in Waldniel an den Folgen überdosierter todbringender Medikamente. Ihr Krankenblatt schließt mit einem letzten Falscheintrag zur Todesursache: »CM. doppelseitige Pneumonie bei Masern«. Ally hatte diese Kinderkrankheit aber schon früher gehabt und war immun gegen Masern.
Auf Initiative ihrer Mutter wurde Ally am 7. Juni 1943 auf dem Kinderfeld des Düsseldorfer Nordfriedhofs beigesetzt. Damit entging sie wenigstens der Anonymität des Waldnieler Anstaltsfriedhofs. Dennoch musste die Familie die Gebühren für die hier üblicherweise vorgesehene Beerdigung in Höhe von 46,- Reichsmark entrichten“.

Ausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Den Opfern der NS-Psychiatrie wird seit 2018 auf dem Anstaltsfriedhof in Waldniel-Hostert namentlich gedacht, so auch der kleinen Ally.

Wand der Gedenkstätte in Waldniel (Ausschnitt)

Kinast „Das Kind ist nicht abrichtfähig“ S. 128ff.