Kalmenhof/Idstein

Hermann Wesse war als Tötungsarzt neun Monate in der Kinderfachteilung Waldniel tätig. Nach ihrer Auflösung im Juli 1943 fand er etwa ein Jahr später einen Arbeitsplatz im Kalmenhof in Idstein/Taunus. In dieser Kinderfachabteilung war er an der Ermordung von mehr als 700 geistig und körperliche behinderten Kindern und Jugendlichen beteiligt.

Das ZDF berichtete am 14. August im Heute-Journal über die aktuellen Bemühungen vor Ort, ein angemessenes Gedenken auf den Weg zu bringen. Mittels Geo-Radar wurden auf dem Gelände des ehemaligen Anstaltsfriedhofs in 60 bis 120 cm Tiefe Gräber gefunden. Gedacht ist die Namen der Opfer zu nennen – In Waldniel-Hostert sind sie seit dem 29. Mai 2018 öffentlich.
Zum Beitrag aus dem Heute-Journal vom 14. August 2019

Untersuchung des Geländes mittels Geo-Radar (Quelle: ZDF Heute-Journal v. 14.08.2019)

LVR: Medienpaket 4

Bettina Bouresh, Frank Sparing (Red.)
„Mein Gewissen ist rein…“ Der Umgang mit Tätern der NS-Euthanasie im Rheinland. Köln 2019
Im März 2019 veröffentlichte das Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland dieses Medienpaket, das sich mit dem Umgang mit den Tätern der NS-Euthanasie auseinsetzt.

“ Die neue Publikation widmet sich der Frage nach den Verantwortlichen der NS-Euthanasie, also dem ärztlichen und pflegerischen Personal, das dazu beitrug, die Krankenmorde in den psychiatrischen Anstalten zu organisieren und durchzuführen bzw. persönlich beteiligt war. In fünf Kapiteln werden Nachwirkungen der NS-Verfolgung auf Psychiatriepatientinnen und -patienten sowie der Umgang mit Entnazifizierung und Strafverfolgung von Anstaltsärzten thematisiert. Anhand von biographischen Beispielen werden die Bedingungen und Verläufe von Nachkriegskarrieren belasteter Psychiater in den Blick genommen“ (Pressemeldung des LVR vom 18. März 2019) .

Bislang sind vier Medienpakete erschienen. Für Bildungseinrichtungen sind sie kostenfrei. Bestellungen bitte per Mail an archiv@lvr.de.

Trailer zu Band 2 „Kinder müssen schlafen nachts“.

Bethanien Kinder- und Jugenddorf

Bethanien Kinder- und Jugenddorf Waldniel

Freitagmorgen, den 5. Juli, startete das Bethanien Kinder- und Jugenddorf Waldniel zum Mitarbeiterausflug 2019. Auf Anregung von Ida Dunkel, Familienleitung/Mitarbeitervertretung, war der erste Programmpunkt der Besuch der Gedenkstätte in Waldniel-Hostert. Wegen der großen Teilnehmerzahl von 101 Personen wurde die Information in die Kirche St. Mariae Himmelfahrt verlegt.
Auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof selbst folgte anschließend ein Austausch in kleinen Gruppen. Hier wurde z. B. in einem Gesprächskreis an den verstorbenen Altbürgermeister Josef Jacobs als „Brückenbauer“ erinnert. Er habe 1985 nach einer sehr kontroversen Diskussion im Rat dafür gesorgt, dass der Vorschlag des Ratsherrn Hubert von Horrick, hier eine Gedenkstätte für die NS-Euthanasie-Opfer einzurichten, verwirklicht wurde.

Partnerschaftskreis Lichterfelde

Besuch aus Lichterfelde/Eberswalde (Teilgruppe)

Am letzten Juni-Wochenende hatte der Partnerschaftskreis Lichterfelde der evangelischen Kirchengemeinde Waldniel Besuch aus dem fernen Brandenburg. Auf dem Programm stand am Samstag die Besichtigung der drei niederrheinischen Hofkirchen in Wassenberg, Jüchen und Süchteln. Am Sonntagnachmittag wurde die neu gestaltete Gedenkstätte für die Opfer der NS-Psychiatrie in Waldniel-Hostert besucht. Zwar spendeten die Laubbäume dichten Schatten, aber dort gab es keine Sitzgelegenheit. (Die Künstlerin hatte diese seinerzeit abgelehnt). So fand die Information im Stehen statt, eine für alle Beteiligten nicht zufriedenstellende Situation. Die Veranstaltung endete in einem Schlusskreis mit dem beeindruckenden Psalm 36, den Hannelore Zöhren vortrug. In Vers 11 bittet der Beter: „Erhalte deine Gnade denen, die dich kennen, und deine Treue denen, die aufrichtigen Herzens sind“.
Im Namen des Partnerschaftskreises schrieb Xaver Vetterle: „Eure Worte und dein Vortrag haben uns sehr  berührt, wir finden es sehr wichtig, dass die Erinnerung an diese schrecklichen Ereignisse und dieses unsägliche Unrecht wachgehalten wird.  Eure Arbeit wird von uns allen sehr hoch wertgeschätzt. Danke.“

Oft  trifft man auf der Straße vor der dunklen Mauer Menschen, die die Gebäude der ehemaligen Anstalt, der Kent-School besichtigen bzw. dort fotografieren wollen. Heute informierte sich am Tor zum Gelände dieser Motorradfahrer aus Kempen.

Fronleichnam 2019

fronleichnam 2019, Gedenkstaätte Waldniel-Hostert
Vor der festlichen Messfeier auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof

„Aus den Dörfern und aus Städten von ganz nah und auch von fern folgten sie den Spuren Jesu, mal gespannt, mal eher skeptisch.“ Mit diesem modernen Kirchenlied begann der festliche Fronleichnamsgottesdienst auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof Waldniel-Hostert. „Eingeladen zum Fest des Glaubens“, so der Refrain des Liedes, kamen dort die Kommunionkinder, St. Josef-Schützenbruderschaft Hehler und viele Gläubige der Kirchengemeinde St. Mariae Himmelfahrt in Schwalmtal zusammen. Zelebrant war Father Joseph unterstützt durch Diakon Aymanns. Im Fürbittgebet wurde dem besonderen Ort Rechnung getragen. Im Anschluss an die Feier folgten die Prozession zur der Kirche an der Waldnieler Heide und der Schlusssegen.