Hubert van Horrick starb am 12. September 2026 mit fast 92 Jahren. Bis wenige Wochen vor seinem Tod zeigte er Interesse für die Gedenkstätte, hatte er doch im Jahr 1985 als CDU-Ratsherr den entscheidenden Impuls gesetzt. Die WZ vom 15. August 1985 berichtete.
Als dann bei der Realisierung des Projektes sich herausstellte, dass sich weder eine Schule noch ein Verein noch eine Kirchengemeinde um das Gedenken der ermordeten Kinder kümmern wollte, bewegte der Hauptschulleiter Hubert van Horrick weitsichtig die Gremien seiner Schule, bei der Gemeinde die Patenschaft (1987) zu beantragen.
Im Jahr 1997 wurde Hubert van Horrick pensioniert. Heute, fast 30 Jahre später, hält sie als „Margot-Friedländer-Schule“ das Gedenken an die Nazi-Opfer wach.
Im Rahmen einer Projektwoche besuchte eine Lerngruppe der GHS Wegberg zusammen mit ihrer Lehrerin Birgit Gravermann die Gedenkstätte Waldniel-Hostert. Peter Zöhren informierte. Zum Schluss legte jeder Teilnehmer im Gedenken an die Opfer selbst gestaltete farbige Plaketten am Fuß der schwarzen Wand nieder.
Die GHS Schwalmtal (Gemeinschaftshauptschule Schwalmtal) wurde in einem Festakt am Dienstag, dem 9. Juni 2026, in Margot-Friedländer-Schule umbenannt. Sie ist die zweite Schule in NRW, die diesen Namen trägt. (Bericht der RP Viersen vom 10. Juni). Der Rat der Gemeinde Schwalmtal stimmte am 19. Mai der Umbenennung zu. (Vorlage zum Ratsbeschluss, Abruf am 17.06.26).
Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnerte die Gemeinschaftshauptschule Schwalmtal mit einer Gedenkfeier an die Opfer, zuerst in der Kirche St. Mariae Himmelfahrt, Waldnieler Heide, dann auf der Gedenkstätte, dem ehemaligen Anstaltsfriedhof Hostert.
Der Rat der Gemeinde Schwalmtal hat im Jahr 1987 die Patenschaft für die damals entstehende Gedenkstätte der Hauptschule übertragen.
Die RP Viersen (Sroka) berichtete ausführlich am 28. Januar: „In der Kirche ….. trugen Luca und Nicha; Klasse 10b, abwechselnd typische Aussagen und dazu passende Reaktionen, wenn es um das Thema Gräueltaten während des Nationalsozialismus geht, vor. „Das ist schon so lange her, was habe ich heute damit zu tun?“ „Es sollte uns für die heutige Zeit interessieren, damit sich so etwas nicht wiederholt.“ Oder auch: „Das ist Geschichte von gestern.“ „Ich bin für das verantwortlich, was in der Zukunft passiert.“ Auch wurden fiktive Briefe vorgelesen, die die 99 Kinder möglicherweise geschrieben haben könnten, die in der …….. Kinderfachabteilung Waldniel von 1941 bis 1943 systematisch ermordet wurden. Die Kinder waren den Eltern weggenommen worden, etwa weil sie am Downsyndrom oder an anderen Behinderungen litten. Diese Briefe hatten die Schüler der 10b in Vorbereitung der Gedenkfeier selbst verfasst“.
Auch an der Kranzniederlegung an der Gedenkmauer am ehemaligen Anstaltsfriedhof nahmen die Bürgermeister des Westkreises Andreas Gisbertz für Schwalmtal, Thomas Ricker für Niederkrüchten und Marcel Johnen für Brüggen teil sowie der Ärztliche Direktor der Psychiatrie Viersen Dr. Ralph Marggraf. In der NS-Zeit gehörte die Abteilung Waldniel zu dieser Einrichtung.
Zum Ende seiner Ansprache wandte sich AndreasGisbertz an die jungen Leute und dankte ausdrücklich der Hauptschule, die die jährliche Gedenkfeier mit den Schülern organisiere und gestaltete. „Ohne euch wäre dieses Stück Erinnerungskultur nicht da“, so der Bürgermeister.
Den Schlusspunkt der Veranstaltung setzte die Religionslehrerin Nicole Heine mit einem mahnenden Impuls.
Achte auf Deine Gedanken denn sie werden zu Worten Achte auf Deine Worte denn sie werden zu Handlungen Achte auf deine Handlungen denn sie werden zu Gewohnheiten Achte auf Deine Gewohnheiten denn sie werden Dein Charakter Achte auf Deinen Charakter denn er wird Dein Schicksal
Am 8. Mai 1945 endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa.
Am 80. Jahrestag des Kriegsendes hat der DGB Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler von sieben Schulen aus dem Kreisgebiet zum gemeinsamen Gedenken nach Hostert eingeladen.
Die Gemeinde Schwalmtal wurde durch den Bürgermeister Andreas Gisbertz (CDU) und den stellvertretenden Bürgermeister Heinz-Josef Pascher (SPD) vertreten.
Klaus Neufeldt (DGB) und Bürgermeister Gisbertz betonten in ihren Ansprachen, dass sich aus dem Gedenken an den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus die Wachsamkeit gegenüber demokratiefeindlichen Bestrebungen heute ergeben müsse.
Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Waldniel präsentierten Plakate und erinnerten an die Gräuel der NS-Zeit in Hostert.
Alle Anwesenden gedachten in einer Schweigeminute der Opfer des Krieges und legten einen Kranz nieder.