„Schutzengelhaus“ mini-art

Das Theater mini-art aus Bedburg-Hau präsentiert am Freitag, dem 24. Januar 2020, in der Achim-Besgen-Halle in Schwalmtal-Waldniel zum Gedenktag der Opfer der Nationalsozialismus die Theater-Collage „Schutzengelhaus“ Diese Thema „Kinder-Euthanasie“ in der NS-Kinderfachabteilung Waldniel-Hostert ist keine leichte Kost, aber auch dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte gehört zu Schwalmtal und wirft Licht auf die Dinge, die heute viele nicht mehr sehen und endlich vergessen wollen (Info Gemeinde Schwalmtal).

Crischa Ohler und Sjef van der Linden von mini-art nennen es „Spurensuche aus Dokumenten und Fiktion“. „Die Spielszenen, die Puppen und die Videos, die Stimmen wachsen dann zu einem Ganzen zusammen. Ein bedrückendes wie unbedingt sehenswertes Ganzes“, so die RP. Abendvorstellung in der Achim-Besgen-Halle. Beginn 18 Uhr. Eintritt frei.
Stadtspiegel RP Viersen Pfarrbrief St. Matthias Schwalmtal

Die öffentliche Schwalmtaler Gedenkveranstaltung, welche alljährlich junge Leute der Europaschule gestalten, findet in diesem Jahr am Mittwoch, dem 29. Januar, statt. Sie beginnt um 9 Uhr in der Kirche St. Mariae Himmelfahrt, Waldnieler Heide, und endet auf der Gedenkstätte, dem ehemaligen Anstaltsfriedhof Waldniel-Hostert.

Herzliche Einladung zu beiden Veranstaltungen!

Annalen 2019

„Das St. Josefsheim in Waldniel. Eine konfessionelle Behinderteneinrichtung in den Jahren zwischen 1912 und 1937 – Nutzung und Nachnutzung bis 1952.“ Wolfgang Schaffer. Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 2019, S. 299 – 350. © 2019 by Böhlau Verlag, Köln.

Kurz vor Weihnachten 2019 erschien das aktuelle Jahrbuch. Darin findet sich auf ca. fünfzig Seiten eine Darstellung des Geschichte der St. Josefsheims in Waldniel-Hostert. Der Autor, Dr. Wolfgang Schaffer, Leiter des LVR-Archivs in Brauweiler, erhellt Aufstieg und Niedergang dieses Hauses, das heute noch die Menschen vor Ort beschäftigt. Die Lektüre dieser Arbeit ist sehr zu empfehlen, räumt sie doch mit diversen Legenden auf, die immer noch tradiert werden.

„Der Historische Verein für den Niederrhein wurde 1854 gegründet und ist damit einer der ältesten rheinischen Geschichtsvereine. ….. Der Verein gibt ein Jahrbuch heraus, das unter Historikern und Heimatforschern ein hohes Ansehen genießt. Diese „Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein” spiegeln die Fortschritte der regionalen Forschung in Einzeluntersuchungen und in einem ausführlichen Besprechungsteil wider“ (Böhlau-Verlag).

Hostert – ein Luxusresort?

Die Rheinische Post Viersen berichtet in ihrer Ausgabe vom 12.12.2019 von den Plänen, die im Schwalmtaler Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr vorgestellt wurden. Da war die Rede von einem Vier-Sterne-Plus-Hotel (150 Zimmer), einem Kongress- und Seminarhotel (80 Zimmer) sowie einer Therme mit öffentlich zugänglicher Natur-Medico-Reha für Rehabilitation, Therapie und Prävention. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus den Jahren 1912/13 würden erhalten bleiben, die aus den fünfziger Jahren stammenden Bauteile des britischen Militärs, Hospital bzw. Schule, abgerissen werden. Die Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie, der ehemalige Anstaltsfriedhof, werde nicht angetastet.

Als Investor, so die RP, tritt die Aktiengesellschaft Wohnen und Leben aus Bad Soden auf. Sie möchte mit dem Beginn der Arbeiten nicht lange warten, damit sie nicht von Planungen anderer Kommunen überholt wird. Zuvor sind allerdings der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan zu ändern sowie Gutachten für die Umweltverträglichkeit, den Verkehr, Lärm- und Artenschutz einzuholen.

In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Projekte der Öffentlichkeit vorgestellt, z. B. im Jahr 2010 ein Pferdehotel mit Reiterausbildung oder zwei Jahre zuvor ein „Wellnesstempel“. Die RP berichtete hierzu am 3. April 2008. Keines der Projekte wurde realisiert.

2008 bot der Eigentümer das Gelände, das er 2006 ersteigert hatte, auf der „Denkmal-Boerse“ vergeblich zum Kauf an, für 2,9 Mill. Euro.

Allerheiligen 2019

„Es ist ein tiefer Brauch in unserer Gemeinde, am Fest Allerheiligen zum Gedenkkreuz in den Kirchgarten zu gehen und an die zu denken, die unter dem Naziregime hier ganz in unserer Nähe ermordet wurden“, so Ela Kursawa.

Gebet am Kreuz: „Gott, unser Vater, wir bitten dich, schenke allen Opfern von Gewalt und Hass ein Leben in deiner Welt, in der es keine Tränen und keine Angst mehr gibt. Nimm alle Verstorbenen auf in dein Reich des Friedens und der Liebe“. Foto und Gebet (Ela Kursawa).

(Aus der Heiligen Messe am Vorabend zu Allerheiligen 2019 in St. Mariae Himmelfahrt, Waldnieler Heide, Schwalmtal).

Dr. Achim Besgen

Dr. Achim Besgen (95), ehemaliger Leiter des St. Wolfhelm-Gymnasiums Schwalmtal und Aachener Ehrendomherr, freute sich über die gelungene Umgestaltung, erinnerte er sich doch an die Gedenkstätte aus dem Jahr 1988, wo er mehrfach die Fronleichnamsmesse mit der Pfarre St. Mariae Himmelfahrt gefeiert hatte. Dr. Besgen lobte den besinnlichen Ort, den jetzt eine hohe dunkle Wand gegen die Straße schützt. Die Namensplaketten ließen ihn vom Unrecht und Schrecken der NS-Zeit erzählen, welche er als Schüler und Soldat erlebt hatte. Dr. Besgen betonte mehrfach, wie wichtig es sei, dieses Gedenken wach zu halten, zumal derzeit rechte Tendenzen die Gesellschaft beunruhigen.

Dr. Achim Besgen (95)