Baumfällungen

Drei markierte Bäume auf der Gedenkstätte

Mehrere Bäume auf der Gedenkstätte in Waldniel-Hostert verloren bereits im Sommer ihr Laub und wiesen auch für Laien erkennbar deutliche Trockenheitsschäden auf. Diese drei im hinteren Teil (Baumkataster 007848, 55, 56), zwei Ahorn und eine Birke, werden demnächst gefällt werden. Ersatzpflanzungen sind vorgesehen.

kfd – Dekanatstreffen

Die Vorstände der kfd im ehemaligen Dekanat Schwalmtal treffen sich regelmäßig drei bis vier Mal im Jahr, zuletzt am 4. September in St. Mariae Himmelfahrt, Waldnieler Heide. Hier informierte Marianne van Horrick die Gäste über die Geschichte der Anstalt in Hostert, die Arbeit der Franziskaner, die Verbrechen in der NS-Zeit und das Opfergedenken durch die Hauptschule seit 1987.
Anschließend suchten die Teilnehmerinnen den ehemaligen Anstaltsfriedhof auf. Sie zeigten sich beeindruckt von der künstlerischen Umgestaltung der Gedenkstätte, dankten für die informative Veranstaltung und erklärten, vieles nicht gewusst zu haben. Nur schade, dass ein gewaltiger Wolkenbruch den Aufenthalt schnell beendete.

Mahn- und Gedenkstätte

In der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf wird auch den Opfern der NS-Kinder-Euthanasie gedacht. Ally aus Düsseldorf wird als exemplarisches Beispiel angeführt. Im Schaukasten ist zu lesen:

Verschleierte Ermordung

„Ally starb am 2. Juni 1943 in Waldniel an den Folgen überdosierter todbringender Medikamente. Ihr Krankenblatt schließt mit einem letzten Falscheintrag zur Todesursache: »CM. doppelseitige Pneumonie bei Masern«. Ally hatte diese Kinderkrankheit aber schon früher gehabt und war immun gegen Masern.
Auf Initiative ihrer Mutter wurde Ally am 7. Juni 1943 auf dem Kinderfeld des Düsseldorfer Nordfriedhofs beigesetzt. Damit entging sie wenigstens der Anonymität des Waldnieler Anstaltsfriedhofs. Dennoch musste die Familie die Gebühren für die hier üblicherweise vorgesehene Beerdigung in Höhe von 46,- Reichsmark entrichten“.

Ausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Den Opfern der NS-Psychiatrie wird seit 2018 auf dem Anstaltsfriedhof in Waldniel-Hostert namentlich gedacht, so auch der kleinen Ally.

Wand der Gedenkstätte in Waldniel (Ausschnitt)

Kinast „Das Kind ist nicht abrichtfähig“ S. 128ff.

Marienschule

Schöpfung ist nicht perfekt: Marienschüler besuchen Gedenkstätte.

Am 2. September besuchte eine Schülergruppe der Bischöflichen Marienschule Mönchengladbach die Gedenkstätte. Die 27 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer waren zusammen mit ihrem Schulseelsorger auf „Schöpfungsfahrt“.

An der Gedenkstätte wurden die Teilnehmer über die traurige Geschichte des Ortes informiert. Viele lasen an der Infotafel Details nach und betrachteten die Namen der Verstorbenen, die die Nazis auslöschen wollten.

Bei der Schöpfungsfahrt kombiniert die Marienschule religiöse und naturwissenschaftliche Inhalte. Während später im Elmpter Schwalmbruch bei Brüggen die Auseinandersetzung mit der Natur im Vordergrund stand, ging es hier um den Umgang mit anderen Menschen. Dabei wurde auch klar, dass Schöpfung nicht perfekt ist.

Der Schulseelsorger:
Gottes Wege sind vollkommen (2Sam 22,31), sein Wissen ist vollkommen (Hiob 37,16), und das Gesetz des Herrn ist vollkommen (Psalm 19,8).
Aber: Gottes Schöpfung ist nicht perfekt, denn dann wäre sie unveränderbar. Nichts könnte besser werden. Perfektion würde zur Hoffnungslosigkeit führen. Die Welt wäre ein Film ohne eigene Verantwortung.
Aber: Gottes Schöpfung ist sehr gut. Es hängt von uns Menschen ab, wie wir mit der Schöpfung umgehen. Gott hat uns mit der Schöpfung einen Rahmen, einen offenen Weg und die Freiheit gegeben. Das heißt auch, dass er menschliches Versagen nicht ausschließt.

Wir bedanken uns bei allen Personen, die die Gedenkstätte ermöglichen und pflegen.

Unsere Schüler lesen die Namen der Toten, welche die Nazis auslöschen wollten.

Text und Foto: Marienschule Siehe Live Ticker


Goethestraße

Dreißig Grad im Schatten hielt die Nachbarschaft der Goethestraße in Schwalmtal nicht ab, die Gedenkstätte in Hostert zu besuchen und sich eingehend über das Leiden der Patienten in den NS-Psychiatrien wie Waldniel informieren zu lassen. Das zufällig ausgewählte Datum passte gut zum Thema. Es war nämlich der Vortag zum 1. September, auf den vor 80 Jahren Hitlers geheimer „Euthanasie-Erlass“ datiert wurde, welcher die Ermordung der geistig Kranken und Behinderten im NS-Herrschaftsgebiet legitimieren sollte.