Zahn der Zeit

Zur Einweihung der Gedenkstätte im Jahr 2018 wurden Bänke vor der hohen Mauer aufgestellt. So konnten Besucher aus dieser Sitzposition in Ruhe Namen der Opfer entziffern.

Die Jugendhilfe-Einrichtung Fichtenhain hatte die Bänke gefertigt – aus Bäumen, die im Laufe der Zeit auf dem Anstaltsfriedhof gewachsen waren und nun gefällt werden mussten.

Die verantwortliche Künstlerin Katharina Struber hatte sich für eine Lösung ohne Rückenlehne entschieden, sie wollte verhindern, dass an diesem stillen Ort ein „Vesper-Platz“ entstand.

IN MEMORIAM

Hubert van Horrick starb am 12. September 2026 mit fast 92 Jahren. Bis wenige Wochen vor seinem Tod zeigte er Interesse für die Gedenkstätte, hatte er doch im Jahr 1985 als CDU-Ratsherr den entscheidenden Impuls gesetzt. Die WZ vom 15. August 1985 berichtete.

Als dann bei der Realisierung des Projektes sich herausstellte, dass sich weder eine Schule noch ein Verein noch eine Kirchengemeinde um das Gedenken der ermordeten Kinder kümmern wollte, bewegte der Hauptschulleiter Hubert van Horrick weitsichtig die Gremien seiner Schule, bei der Gemeinde die Patenschaft (1987) zu beantragen.

Im Jahr 1997 wurde Hubert van Horrick pensioniert. Heute, fast 30 Jahre später, hält sie als „Margot-Friedländer-Schule“ das Gedenken an die Nazi-Opfer wach.

Ausstellung in Jemnice

Katharina Struber und Klaus Gruber laden ein zu einer Ausstellung ihrer Arbeiten zur Erinnerungskultur im Schloss Jemnice/CZ. Am Montag, dem 29. Juni um 18 Uhr, wird die Ausstellung eröffnet und ist bis zum 31. August zu sehen. Dokumentiert ist auch die künstlerische Auseinandersetzung mit der Geschichte von Waldniel-Hostert.

Die Ausstellung findet statt im Rahmen der „open gallery“, eines interreg-projektes, in dem fünf weitere Künstlerinnen und Künstler ihre Werke in den mehr oder weniger sanierten Räumen des Schlosses präsentieren.