50 Millionen

50 Millionen Euro, so schätzt der Investor Peter Overlack (OQEMA), sind aufzubringen, damit die denkmalgeschützten Gebäude des früheren St. Josefsheims von 1912 (Kent-School) genutzt werden können. In etwa zehn Jahren soll es so weit sein. Unterstützt wurde er jetzt bei seinem Vorhaben durch den Staat, durch das Förderprogramm des Bundes in Höhe 450.000 Euro.
Denn die Sanierung des Kirchendaches ist jetzt abgeschlossen.
Die RP Viersen berichtete am 4. Juli und am 5. Juli.

Kirchendach saniert

RP/Grenzland-Kurier vom 29. Mai 2024:
„Besonders dringend sind die Sanierungen der Dächer der Gebäude. Zur Notsicherung des Denkmals konnte bereits mit der Dachsanierung der Kirche begonnen werden. „Diese ist, das Hauptdach betreffend, fast abgeschlossen“, führt Overlack aus. Aber auch der charakteristische Turm der Kirche muss zeitnah einer Restaurierung unterzogen werden.
Die verbleibenden Dächer aller anderen Gebäude stehen ebenfalls auf der Prioritätenliste ganz oben: Für deren Sanierung sind die ersten zwölf Millionen Euro, sowohl ein großer Anteil aus Eigenmitteln als auch Fördermittel, vorgesehen.
Für die Entwicklung des Kent-Konvents hatte der Investor das Architekturbüro David Chipperfield aus Berlin beauftragt, eine Konzeptstudie zu entwickeln, so Wirtschaftsförderer Dominik Seifert. Das Gesamtkonzept soll voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2024 veröffentlicht werden. Die Sanierung des Kirchendaches war eine erste konkrete Maßnahme zur Erneuerung des Kent-School-Areals“.

Hoffnungsschimmer

Bürgermeister Andreas Gisbertz (CDU) im Interview (RP vom 6. Januar 24):

„Über die Entwicklungen auf dem Gelände der ehemaligen Kent-School freue ich mich sehr. Die Familie Overlack widmet sich mit dem nötigen Fingerspitzengefühl und der erforderlichen Wirtschaftskraft diesem durchaus schwierigen Kent-Konvent-Projekt.

Das sehr renommierte Architekturbüro David Chipperfield aus Berlin wurde vom Investor beauftragt, eine Konzeptstudie zu entwickeln. Diese liegt nun vor. Das Gesamtkonzept wird voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2024 veröffentlicht. Daran wird sich das erforderliche Bauleitplanverfahren, für das schon seit einigen Monaten erste Vorarbeiten geleistet werden, anschließen.

Die Gebäude auf dem Gelände des Konvents, die zum größten Teil auch unter Denkmalschutz stehen, befinden sich in einem schlechten Zustand. Die Kosten der Sanierung sind erheblich – daher ist es wichtig, dass Fördermittel zumindest in Aussicht gestellt wurden. Es ist erfreulich, dass es von Seiten der Politik eine große Bereitschaft zu geben scheint, hier zu unterstützen und das jahrzehntelange Trauerspiel um diese bedeutende Baulichkeit zu beenden.

Die Sanierung des Kirchendachs, eine Notmaßnahme, kann voraussichtlich bis Ende März 2024 abgeschlossen werden. Derzeit wird geprüft, welche weiteren Maßnahmen zur Notsicherung der Denkmäler erforderlich sind. Ziel ist, dass sich in fünf bis zehn Jahren die ehemalige Kirche zu einem kulturellen Highlight und die Grünflächen zu einer Parklandschaft entwickelt haben, die Gebäude wieder in einem guten Zustand sind und dort attraktive, neue Arbeitsplätze geschaffen wurden“ (RP Viersen v. 6. Januar 2024).

KulturInvest 2023

Der Bund hat bereits mit dem Förderprogramm „Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen in Deutschland“ beispielsweise die Bayerische Staatsoper, das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden oder auch die Hamburger Kunsthalle unterstützt. Jetzt war Waldniel-Hostert (die Kent-School) in Schwalmtal an der Reihe.
Der Investor Peter Overlack, Korschenbroich, hatte im Frühjahr 2023 die historische Anlage für einen Millionen-Betrag (RP) erworben und anschließend eine finanzielle Unterstützung aus dem oben genannten Förderprogramm beantragt. Als Investitionssumme hatte Overlack dabei 40 Millionen Euro angesetzt. Gewährt wurden ihm jetzt für sein Vorhaben sechs Millionen Euro Bundesmittel. Möglich gewesen wäre allerdings die Hälfte der Gesamtkosten. Dazu meinte Peter Overlack: „Das ist nicht schlimm, es gibt Jahre, die folgen werden, und wir werden sehen, ob wir weiter Unterstützung finden“ (RP Viersen v. 29. September).

Am 15. Oktober waren die Instandsetzungsmaßnahmen offensichtlich. Das steile Schieferdach der ehemaligen franziskanischen Anstaltskapelle von 1912 war abgedeckt und einige Sparren ersetzt (Foto: J. Zöhren).

Kent-School: Overlack

Peter Overlack hat mit seiner Familie im Frühjahr dieses Jahres von der Gesellschaft W & L die Kent-School erworden. Die Rheinische Post Viersen berichtete am Donnerstag, dem 13. Juli 2023.
Der neue Eigentümer beabsichtige die Gebäudeteile, welche für die Briten errichtet wurden, abzureißen und die vier Blöcke des franziskanischen St. Josefsheims Hostert samt Kapelle herzurichten und zu nutzen.
„Es ist ein Ort, der es verdient, dass dort gearbeitet, gelebt und wieder gelacht wird“, betont Overlack mit Blick auf die wechselhafte Geschichte. Die Fachabteilung während der NS-Zeit gehöre dazu, dürfe nicht verschwiegen werden. Sie ist für Overlack nicht der einzige Aspekt. Dort sei seit 1912 im Josefsheim behinderten Menschen ein Zuhause gegeben worden. (RP Viersen)
Wie die Nutzung im Einzelnen aussehen wird, steht noch nicht genau fest, ein Luxus-Hotel soll es jedenfalls nicht werden.

Am 1. August 2023 meldete die RP Viersen, dass bis zu 300 Mitarbeiter der Unternehmensbereiche Controlling, Finanzen, Steuern und die Vorstände von Mönchengladbach bzw. Liedberg nach Hostert in das „Kent Konvent“ umziehen werden. Hier wäre dann „alles unter einem Dach, was die Holding Deutschland betrifft“.
RP Viersen v. 13. Juli 2023