Marienschule

Schöpfung ist nicht perfekt: Marienschüler besuchen Gedenkstätte.

Am 2. September besuchte eine Schülergruppe der Bischöflichen Marienschule Mönchengladbach die Gedenkstätte. Die 27 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer waren zusammen mit ihrem Schulseelsorger auf „Schöpfungsfahrt“.

An der Gedenkstätte wurden die Teilnehmer über die traurige Geschichte des Ortes informiert. Viele lasen an der Infotafel Details nach und betrachteten die Namen der Verstorbenen, die die Nazis auslöschen wollten.

Bei der Schöpfungsfahrt kombiniert die Marienschule religiöse und naturwissenschaftliche Inhalte. Während später im Elmpter Schwalmbruch bei Brüggen die Auseinandersetzung mit der Natur im Vordergrund stand, ging es hier um den Umgang mit anderen Menschen. Dabei wurde auch klar, dass Schöpfung nicht perfekt ist.

Der Schulseelsorger:
Gottes Wege sind vollkommen (2Sam 22,31), sein Wissen ist vollkommen (Hiob 37,16), und das Gesetz des Herrn ist vollkommen (Psalm 19,8).
Aber: Gottes Schöpfung ist nicht perfekt, denn dann wäre sie unveränderbar. Nichts könnte besser werden. Perfektion würde zur Hoffnungslosigkeit führen. Die Welt wäre ein Film ohne eigene Verantwortung.
Aber: Gottes Schöpfung ist sehr gut. Es hängt von uns Menschen ab, wie wir mit der Schöpfung umgehen. Gott hat uns mit der Schöpfung einen Rahmen, einen offenen Weg und die Freiheit gegeben. Das heißt auch, dass er menschliches Versagen nicht ausschließt.

Wir bedanken uns bei allen Personen, die die Gedenkstätte ermöglichen und pflegen.

Unsere Schüler lesen die Namen der Toten, welche die Nazis auslöschen wollten.

Text und Foto: Marienschule Siehe Live Ticker


Goethestraße

Dreißig Grad im Schatten hielt die Nachbarschaft der Goethestraße in Schwalmtal nicht ab, die Gedenkstätte in Hostert zu besuchen und sich eingehend über das Leiden der Patienten in den NS-Psychiatrien wie Waldniel informieren zu lassen. Das zufällig ausgewählte Datum passte gut zum Thema. Es war nämlich der Vortag zum 1. September, auf den vor 80 Jahren Hitlers geheimer „Euthanasie-Erlass“ datiert wurde, welcher die Ermordung der geistig Kranken und Behinderten im NS-Herrschaftsgebiet legitimieren sollte.

Kalmenhof/Idstein

Hermann Wesse war als Tötungsarzt neun Monate in der Kinderfachteilung Waldniel tätig. Nach ihrer Auflösung im Juli 1943 fand er etwa ein Jahr später einen Arbeitsplatz im Kalmenhof in Idstein/Taunus. In dieser Kinderfachabteilung war er an der Ermordung von mehr als 700 geistig und körperliche behinderten Kindern und Jugendlichen beteiligt.

Das ZDF berichtete am 14. August im Heute-Journal über die aktuellen Bemühungen vor Ort, ein angemessenes Gedenken auf den Weg zu bringen. Mittels Geo-Radar wurden auf dem Gelände des ehemaligen Anstaltsfriedhofs in 60 bis 120 cm Tiefe Gräber gefunden. Gedacht ist die Namen der Opfer zu nennen – In Waldniel-Hostert sind sie seit dem 29. Mai 2018 öffentlich.
Zum Beitrag aus dem Heute-Journal vom 14. August 2019

Untersuchung des Geländes mittels Geo-Radar (Quelle: ZDF Heute-Journal v. 14.08.2019)

LVR: Medienpaket 4

Bettina Bouresh, Frank Sparing (Red.)
„Mein Gewissen ist rein…“ Der Umgang mit Tätern der NS-Euthanasie im Rheinland. Köln 2019
Im März 2019 veröffentlichte das Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland dieses Medienpaket, das sich mit dem Umgang mit den Tätern der NS-Euthanasie auseinsetzt.

“ Die neue Publikation widmet sich der Frage nach den Verantwortlichen der NS-Euthanasie, also dem ärztlichen und pflegerischen Personal, das dazu beitrug, die Krankenmorde in den psychiatrischen Anstalten zu organisieren und durchzuführen bzw. persönlich beteiligt war. In fünf Kapiteln werden Nachwirkungen der NS-Verfolgung auf Psychiatriepatientinnen und -patienten sowie der Umgang mit Entnazifizierung und Strafverfolgung von Anstaltsärzten thematisiert. Anhand von biographischen Beispielen werden die Bedingungen und Verläufe von Nachkriegskarrieren belasteter Psychiater in den Blick genommen“ (Pressemeldung des LVR vom 18. März 2019) .

Bislang sind vier Medienpakete erschienen. Für Bildungseinrichtungen sind sie kostenfrei. Bestellungen bitte per Mail an archiv@lvr.de.

Trailer zu Band 2 „Kinder müssen schlafen nachts“.

Bethanien Kinder- und Jugenddorf

Bethanien Kinder- und Jugenddorf Waldniel

Freitagmorgen, den 5. Juli, startete das Bethanien Kinder- und Jugenddorf Waldniel zum Mitarbeiterausflug 2019. Auf Anregung von Ida Dunkel, Familienleitung/Mitarbeitervertretung, war der erste Programmpunkt der Besuch der Gedenkstätte in Waldniel-Hostert. Wegen der großen Teilnehmerzahl von 101 Personen wurde die Information in die Kirche St. Mariae Himmelfahrt verlegt.
Auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof selbst folgte anschließend ein Austausch in kleinen Gruppen. Hier wurde z. B. in einem Gesprächskreis an den verstorbenen Altbürgermeister Josef Jacobs als „Brückenbauer“ erinnert. Er habe 1985 nach einer sehr kontroversen Diskussion im Rat dafür gesorgt, dass der Vorschlag des Ratsherrn Hubert von Horrick, hier eine Gedenkstätte für die NS-Euthanasie-Opfer einzurichten, verwirklicht wurde.